Rest? Relax? Chill?

Aufmerksame*r Twitterleser*innen haben in den letzten Tagen bemerkt, dass ich mir sozusagen einen Nachnamen gegeben habe. Mein Twittername lautet jetzt:

Barbara CHILLwithME

Schon seit längerem wende ich ja die Methode „Pacing“ an und achte darauf, immer innerhalb meiner Energiegrenzen zu bleiben. Ein wichtiger Bestandteil des Pacings sind Ruhepausen – am besten vorbeugende Ruhepausen. Ich stellte fest, dass es herausfordernd für mich ist, die eingeplanten Ruhepausen auch einzuhalten. Und ich fragte mich, woran das denn liegt. Denn es ist unbestritten: je mehr Ruhepausen ich mache, umso kraftvoller fühle ich mich.

Ich lese viele englische Texte zum Thema ME/CFS. So sind in meinen Sprachgebrauch auch die Wörter „rest“ und „relax“ übergegangen. „To rest“ bedeutet übersetzt „sich ausruhen“. „To relax“ bedeutet ebenfalls „ausruhen“, aber auch „entspannen“. Beide Wörter rufen bei mir eine eher negative innere Gefühlsreaktion hervor: Ich muss mich von etwas ausruhen, kann nicht einfach weitermachen, meine Energie reicht nicht aus um zu… Beim Entspannen ist mir zudem klar, dass ich vorher eine Anspannung hatte. Und das, obwohl ich doch auf ärztliche Rat hin, ein möglichst spannungsfreies, weil stressfreies Leben haben sollte!

Mmmh, ich habe anscheinend mit beiden Verben eine äußerst wenig hilfreiche Verknüpfung mit einem eigenen Versagen gemacht. Es ist leicht nachzuvollziehen, dass dieses Gefühl des eigenen Versagens ganz und gar nicht dazu beiträgt, tatsächlich entspannt zu sein.

Meine Kinder brachten mich auf eine bessere Idee. Die „chillen“ nämlich am Wochenende sehr gerne, oder auch abends wenn es die Arbeitsbelastung durch das Lernen für die Schule es zulässt. „To chill“ bedeutet übersetzt eigentlich „kühlen“ aber auch „abgammeln“. Meine Tochter antwortete auf die Frage, was sie unter „chillen“ verstehe: rumhängen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Ha, das ist es. Ich chille lieber als zu entspannen. Denn interessanterweise habe ich hier keine negative Verknüpfung gemacht. Perfekt.

Und weil ich wegen ME/CFS chille, gab ich mir den Namen CHILLwithME.

Zudem ist es ein schönes Wortspiel, denn wenn ich nur die großen Buchstaben lese und dafür die Übersetzung für „to chill something“ nehme, dann bedeutet es außerdem noch: ME kaltstellen – also die Krankheit ME/CFS kaltstellen. Das ist doch mal eine positive Affirmation 🙂 Das aber nur am Rande. Wirklich wichtig ist mir das chillen ohne schlechtes Gewissen.

Deswegen: Wenn Du mal mit mir zusammen chillen willst, dann schicke mir über Twitter einfach ein #CHILLwithME inkl. Foto von Dir und Deinem Platz. Ich poste auch immer wieder mal eines. Bis dann beim chillen…

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