Meine neuer Freund

Hach, er ist sooo toll!

Er ist voller Energie, riecht gut und geht mit mir durch dick und dünn.

 

Nachdem ich Ende letzten Jahres mir ernsthaft Gedanken über die Beantragung eines Rollstuhls gemacht hatte, mehrere E-Rollis getestet hatte hat der Mann mir vor zwei Wochen einen E-Scooter bestellt. Denn der hat einen klaren Vorteil: ich kann damit auch im Gelände fahren. Naja, Gelände ist relativ, aber solange es geschotterte Wald- oder trockene Wiesenwege sind, schafft er es ohne Probleme. Ein Rolli würde sich dafür nicht eignen. Der Clou: er passt auch ins Auto.

Die erste Probefahrt war allerdings sehr frustierend. Die Lautstärke des E-Scooters haben meine Ohren noch einige Zeit danach Brummen lassen und damit war er für mich schon durchgefallen. Glücklicherweise hat der Mann dann ein bisschen an dem Gerät rumgeschraubt, und siehe da, nun ist er so leise, wie ich mir ein Elektrofahrzeug vorgestellt habe. Es ist mir auch möglich, mit dem E-Scooter so langsam zu fahren, dass ich einen Fußgänger begleiten kann. Das erfordert zwar einiges an Gleichgewicht, aber mit Übung klappt es gut. Die ersten Ausfahrten fand ich daher schon sehr anstrengend und ich fragte mich, ob ich nicht doch lieber laufen sollte. Das hat sich mittlerweile aber gelegt. Gut, dass ich nicht zu früh aufgegeben habe.

Es ist herrlich, bei Lust und gutem Wetter jeden Tag Spazieren fahren zu können und nicht jedes Mal mit dem Auto fahren zu müssen. Da wir Ökostrom beziehen, fahre ich jetzt ökologisch bis zum Waldrand. Toll ist für mich als MCS’lerin auch, dass ich keine Abgase produziere, die ich selbst einatmen und mir so Reaktionen bescheren würde.

Es ist herrlich, mir beim Spazierengehen nicht ständig diese sorgenvollen Stimmen im Kopf anhören zu müssen: „Pass bloß auf, dass du früh genug umdrehst, sonst bekommst du wieder Schmerzen in der Hüfte“ oder „Oh, es geht ein bisschen bergauf. Rede nicht, das kostet zu viel Kraft“ oder „Ohjemine, wenn ich jetzt noch weiter laufe, muss ich morgen den ganzen Tag auf dem Sofa verbringen“ oder „Verflixt, warum steht denn hier keine Parkbank? Ich brauche dringend eine Pause!“.

Es ist herrlich, nicht automatisch an jeder Kreuzung der limitierende Faktor zu sein , sondern die Entscheidung den Mitläufern zu überlassen anstatt ein schlechtes Gewissen zu haben, weil der Spaziergang schon wieder so kurz ist.

Es ist herrlich, meine Bonus-Tochter beim Joggen begleiten zu können. Das macht ihr mehr Spaß und mir auch, weil ich nicht alleine durch die Gegend fahre. Manchmal tauschen wir in ihrer Pause kurz und ich gehe ein paar langsame Schritte. Ich will ja ebenfalls trainieren.

Ich bin voll glücklich! Und fühle so viel mehr Freiheit! Hach… *seufz*

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