Mein Leben ist schön

„Mein Leben ist schön“, …dass ich das mal wieder einfach so sagen könnte, da habe ich nicht mal im Traum daran gedacht. Auch nicht „Mir geht es sehr gut“, wenn mich jemand nach meinem Befinden fragt. Es ist schon komisch, dass ich mich fast nicht traue zu sagen, dass es mir „gut“ oder sogar „sehr gut“ geht. Denn ich bin ja chronisch krank. Da kann es mir ja gar nicht gut gehen. Sonst wäre ich ja eine Lügnerin.

Allerdings sind die Erkrankungen auch nicht verschwunden und hier und da spüre ich sehr wohl noch die Einschränkungen und Auswirkungen. Ich laufe beispielsweise nach wie vor mit meiner Atemschutzmaske durch die Welt, schlafe viel, regelmäßig ruhe ich mich aus und meditiere, achte auf meine Ernährung und vermeide jeglichen Stress soweit es geht. Manchmal fühle ich mich endlich auch zu Hause wie im Urlaub. Aber ich muss es aktiv wollen. Auch daheim ohne schlechtes Gewissen im Liegestuhl in der Sonne liegen, wenn die Hausarbeit ruft. Oder statt am Computer zu arbeiten, ein wenig spazieren gehen. Nachmittags ein bisschen Fernsehen, um mir Kraft für den Abend aufzusparen. Wie heute, als ich Lust hatte, den lauen Sommerabend im Biergarten mit Schreiben zu verbringen. Was zum Urlaubs-Feeling auch beiträgt, sind meine Ruhezeiten auf der Picknickdecke an einem stillen Ort. Das ist Erholung pur für mich. Draußen in der Natur sein, ohne Telefon und ohne Alltagsarbeit, die mich aus jeder Ecke quasi auffordert getan zu werden.

Es ist als wäre ein Knoten geplatzt. Endlich gönne ich mir meine Auszeiten. So richtig. So ohne schlechtes Gewissen. Ich schlafe, wenn ich müde bin. Ich arbeite ein wenig und nur genau so lange, wie es sich gut anfühlt, wenn ich mich kraftvoll genug dazu fühle. Es ist im Grunde so einfach. Und war doch so viele Jahre für mich unmöglich. Denn ich musste immer etwas leisten, um eine Daseinsberechtigung zu haben. Es ist so entspannend, dass es jetzt anders ist. Zumindest den Großteil der Zeit. Ab und an merke ich wohl noch meinen inneren Druck. Aber es gelingt mir glücklicherweise schnell, es zu bemerken und dann habe ich den Mut, aktiv gegenzusteuern. Alles stehen und liegen lassen und erst mal wieder innerlich zu Ruhe kommen.

Momentan kann ich aus ganzem Herzen sagen: „Mein Leben ist schön und ich fühle mich glücklich“. Und soll ich dir noch etwas verraten? Dieses Gefühl dauert nun schon seit zweidrei Wochen an. Und es darf auch genau so bleiben.

6 Kommentare


  1. Ein ganz wunderbarer Beitrag!
    Genau an diesen Punkt möchte ich auch noch kommen und ich übe und übe…..
    der Weg ist mein Ziel 😉
    Ich wünsche dir, dass es dir weiterhin so „gut“ geht und du den Sommer genießen kannst!
    Alles Liebe für dich,
    Milka

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    1. Gerade wurde übrigens Ihr Buch geliefert, ich bin sehr gespannt darauf 🙂

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      1. Liebe Milka,
        wenn du magst – ich sag mal einfach du und hoffe, es ist dir recht – kannst du mir ja irgendwann einmal eine Rückmeldung geben. Ich bin immer gespannt, was andere Menschen so lesen…
        Viel Spaß und hoffentlich ist der eine oder andere neue Impuls für dich dabei.
        Liebe Grüße
        Barbara

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    2. Liebe Milka,
      danke, das freut mich. Dir wünsche ich Geduld beim Üben und rufe dir zu: Mach weiter…es lohnt sich!
      Ganz liebe Grüße
      Barbara

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  2. Liebe Barbara,

    das freut mich total! 🙂 Wir sind nicht das, was wir allem Anschein nach, für alle sichtbar, „leisten“… Auch wenn uns das ganz anders beigebracht wurde…
    Mach´ weiter so!
    Ganz liebe Grüße
    Carola

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    1. Liebe Carola,
      kaum geschrieben, wurde ich schon wieder gestestet bzw. hat meine innere Zweiflerin großen Raum eingenommen.
      Ich bleibe dran – ganz sicher! Es gibt so viel Schönes zu entdecken…
      Liebe Grüße
      Barbara

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