Da bin ich wieder…

…zumindest virtuell. Was war das für ein schöner Sommer! In der Sonne liegen, picknicken, nichts tun, spazieren gehen, Freund*innen treffen, nichts tun – naja, nicht wirklich 😉 aber dafür mit viel innerer Ruhe und Zeit, essen, trinken, schlafen, atmen, meditieren, lieben, lachen, singen, träumen,… Das alles habe ich genossen. Das Einzige, was ich nicht gemacht habe, war: baden gehen. Nun ja, ein wenig schade, aber zu verschmerzen.

Was habe ich mir für den Herbst vorgenommen? Hier ein paar meiner Projekte:

Projekt #1 ist mein zweites Buch. Arbeitstitel: Zeitweise pure Lebensfreude. In mir wurde das Bedürfnis immer größer, meine Geschichte ab dem Jahr 2013 bis heute (?) – der Endpunkt steht noch nicht sicher fest – und meinen Erfahrungen mit den beiden letzten Phasen der Heilung „Wiedergeburt“ und „Das Leben neu schaffen“ aufzuschreiben. Jeden Wochentag 350 Wörter habe ich mir vorgenommen. Bisher macht es mir riesigen Spaß und es klappt gut mit den kleinen Einheiten.

Bei Projekt #2 springe ich auf den in meiner Twitter-Timeline stattfindenden Zug „Minimalismus“ auf. Ich will ausmisten. Alles und jeden Schrank bei uns. Es tut so gut, Altes und Unnötiges wegzuwerfen oder zu verschenken. Auch hier gibt es jeden Wochentag ein kleines Häppchen. Hier mal eine Kiste, dort mal den Badezimmerschrank, als nächsten den Kleiderschrank mal wieder ausmisten. Erklärtes Ziel bei meinem Kleiderschrank: Nur noch Lieblingsstücke anziehen können und auch für Arbeitskleidung nur noch maximal zwei Garnituren zur Verfügung haben. Bin ich froh, dass ich unsere Bücher schon vor über einem Jahr aussortiert habe. Denn das fällt mir besonders schwer. Ich darf auch den Zweck „Altes loslassen“ nicht aus meinem Fokus verlieren. Mich stattdessen fragen: welchen Nutzen hat diese Sache heute noch für mich? Denn irgendwie bin ich eine Sammlerin. Getreu dem Motte: Könnte ich ja nochmal brauchen. Wobei sich diese Hamsterallüren glücklicherweise auch in Grenzen halten. Denn es fühlt sich gut an, weniger Sachen um mich herum zu haben. Diese wenigen Sachen brauchen weniger Aufmerksamkeit von mir, ich muss sie weniger pflegen und habe mehr Zeit für angenehme Aktivitäten. Den entstehenden Raum um mich und in mir genießen. Ich glaube, das könnte ich lernen. Und ja: ich will das lernen.

Bei Projekt #3 befasse ich mich mit meiner gesundheitlichen Lage. Ich gehe einer Spur nach, die sich in den letzten Monaten immer deutlicher vor mir gezeigt hat. Das bedeutet, dass ich im November einen Termin im Klinikum habe, um mich auf die Verdachtsdiagnose Mastozytose oder Mastzellerkrankung untersuchen zu lassen. Der von mir ausgefüllte entsprechende Fragebogen zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit gegeben ist. Interessant ist, dass die Symptome einer Mastzellerkrankung fast identisch mit den Symptomen von ME/CFS sind. Neben dem Fragebogen habe ich zwei verschiedenen Medikamente ausgetestet: Einmal ein Anti-Histaminikum. Dieses Mittel hat bei mir positiv gewirkt und mir einen Energiezuwachs beschert. Anstatt mich müde zu machen, wie es der Normalfall wäre. Der zweite Test aber war der Hammer. Hier handelt es sich um ein Anti-Asthmatikum. Seit ich dieses Medikament nehme, geht es mir, was die Erschöpfungsproblematik betrifft, um ein Vielfaches besser. Ich habe meine tägliche Schrittzahl verdoppeln können, bin sogar jeden zweiten Tag 15 Minuten Fahrrad gefahren. Draußen, in der Natur, mit Steigungen! Für mich immer noch unfassbar. Aber ich genieße es. Mit jeder Faser. Die Ärzte dürfen mir dann im Herbst erklären, warum es so ist wie es ist. Ich bin gespannt.

Projekt #4 ist nach wie vor der Kontakt mit anderen Menschen. Ich meine so wirklichen Kontakt. Von mir aus auf Menschen zugehen. Mich ihnen öffnen, mich zeigen mit meinen Schwächen und Ängsten, meinen Träumen und meinen Gedanken, mit meinen Visionen und meiner Stärke. Alles zu seiner Zeit. Alles in einer angemessenen Dosis. Mich beispielsweise bei Twitter trauen, fremden Menschen zu antworten, ihnen meine persönliche Gedanken mit auf den Weg zu geben. Und dadurch sichtbar zu werden. Ganz langsam tauche ich in diese Welt ein und stelle fest, dass diese Art von Kontakt mir Freude bringt.

Und du so? Was sind deine Projekte für den Herbst?

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