Ich schlage ein neues Kapitel auf

Ich habe eine Entscheidung gefällt. Eine für mich sehr wichtige. Bisher habe ich hier im Blog immer über Aspekte meiner beiden Erkrankungen MCS und ME/CFS geschrieben. Vor allem darüber, wie ich mit den unterschiedlichen Herausforderungen im Alltag und wie ich mit meinen Gefühlen deswegen umgehe. Auch was mir Mut macht, trotz der massiven Einschränkungen weiter zu leben und Lebensfreude zu empfinden.

Seit Beginn meines Blogs habe ich jedoch einen Bereich völlig ausgeklammert. Nämlich die Tatsache, dass ich neben diesen beiden Erkrankungen auch eine Traumafolgenstörung attestiert bekommen habe. Lange Zeit hatte ich den Verdacht, an einer Posttraumatischen Belastungsstörung zu leiden. Aber die intensive Diagnostik im Institut für seelische Gesundheit in Mannheim zeigte, dass ich die typischen Kriterien nicht erfülle. Gleichwohl ist offensichtlich, dass ich mehrere traumatische Erfahrungen in meinem Leben hatte, deren Folgen sich bis heute auswirken.

Es fällt mir erstaunlich schwer, mich mit dieser vermeintlichen Schwäche zu zeigen. Solange ich keine Methoden zum Umgang mit auslösenden Situationen hatte, war es völlig undenkbar. Schon allein, weil ich ja gar nicht wusste, was da mit mir passierte. Ich schob alles auf meine beiden Erkrankungen. Aber ganz so „einfach“ ist es nicht.

Ich möchte diesen so lebensfüllenden Bereich in meinem Blog und auf Twitter nicht mehr aussparen. Deswegen werden sich beide Profile inhaltlich ein wenig verändern. Und wenn ich genügend Mut aufbringen kann, werde ich auch über kleine Begebenheiten posten, die im Zusammenhang mit der Traumafolgenstörung stehen.

Ich wünsche mir sehr, dass die Menschen, die mir aufgrund von MCS und ME/CFS folgen, neugierig sind auf meine „neuen“ Gedanken. Für mich sind auch die beiden Erkrankungen und deren Auswirkungen ebenfalls traumatische Erfahrungen in meinem Leben. Ich kann mir gut vorstellen, dass das anderen Betroffenen ebenso ergeht.

Ich bin wenig aufgeregt, unsicher und zuversichtlich, aber eben auch neugierig, was sich in mir durch die „neue Transparenz“ verändert.

 

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