#Trainingslager Atemschutzmaske

Ich bin happy. Happy weil ich die Magen-Darm-Spiegelung gut vertragen habe. Normalerweise kann ich nach dem Tag des Eingriffs aufgrund der Betäubung vor Muskelschwäche und Erschöpfung kaum laufen. Das fehlt dieses Mal völlig. Ich vermisse nichts. Es ist einfach nur wunderbar. Ich fühle mich sogar kraftvoll genug, nach Hause zu fahren. Ein bisschen müde zwar, aber das ist nach dem wenigen Schlaf auch kein Wunder. Ich freue mich auf die Heimfahrt mit dem Zug

#Trainingslager Atemschutzmaske nannte ich meinen Aufenthalt im Krankenhaus. Da ich in Bonn nicht in einem Umweltzimmer untergebracht werden konnte, war es zwingend notwendig aufgrund der Desinfektions- und Reinigungsmittel und der Duftstoffe aus Kleidung und Hygienemittel die ganze Zeit unter meiner Atemschutzmaske zu verbringen. Glücklicherweise konnte ich nachts ein paar Stunden darauf verzichten, weil meine Zimmernachbarin und ich bei offenem Fenster geschlafen haben. Dennoch werde ich mit der Heimreise auf insgesamt 58 Stunden Tragen kommen. Puh.

Noch habe ich ja keine Untersuchungsergebnisse der Biopsien. Insgesamt wurden wohl an die 30 Proben entnommen. Nicht zu vergessen, die 20 Röhrchen Blut und den 24-Stunden-Urin – das dauert eine ganze Weile, bis da alle Parameter erfasst sein werden. Mir macht es diesmal nichts aus, denn es ist ja nicht der sonst „übliche“ Verdacht auf Krebs, der im Raum steht. Das lässt mich wirklich ganz entspannt sein.

Stattdessen macht sich ein bisschen Hoffnung in mir bemerkbar. Hoffnung darauf, einen Ansatzpunkt gefunden zu haben, der mit helfen kann. Denn allein die Tatsache, dass es mir durch die Medikamentengabe eines Magenmittels, Antihistaminikums und Kortisons zur Abschwächung der Histaminausschüttung der Mastzellen vor der Narkose heute um so vieles besser geht, ist schon ein Gewinn. Mit dieser Erfahrung kann ich weiterarbeiten. Und zum ersten Mal seit langer langer Zeit habe ich das Gefühl, ich muss diese Erkrankungen nicht einfach nur aushalten. Ich habe eine Liste mit Medikamentenempfehlungen erhalten. Das ist doch schon was. Nun liegt es an mir, weiter zu forschen und auszuprobieren, was mir Linderung verschafft.

(geschrieben morgens am Tag nach dem Eingriff)