Bewusst leben, nicht emotional

2. Januar 2018 Allgemein

An Silvester saß ich mit meinem Liebsten uns unserem Best Buddy für einen gemeinsamen Jahresabschluss zusammen. Da wir uns sowieso gerne mit unseren Themen mitteilen, lag es auf der Hand, gemeinsam einen Jahresrückblick 2017 zu machen.

Im Zuge dessen stellte ich fest, dass ich mir für das Jahr 2018 nichts vorgenommen hatte. Naja, ich hatte jede Menge to do´s, die ich sagen hätte können. Aber es fehlte etwas ganz Grundlegendes. Nämlich: Was will ich für mich? Welches persönliche Entwicklungsziel strebe ich an? Was ist ganz allein für mich so wichtig, dass ich es in 2018 unbedingt realisieren will?

Tja, und nun sitze ich hier und weiß auch nicht… Ich soll was wollen? Nur für mich? So völlig zweckfrei…? Ich meine, lange Zeit meines Lebens habe ich Dinge getan, weil ich mir davon etwas erhoffte. Sicherheit, Zuneigung, Anerkennung. Irgendwie eben eine Existenzberechtigung haben.

 

*Denkpause*

 

Beim Spaziergang entdeckte ich in mir, dass es mir nicht um die Erfüllung weitere materielle Wünsche geht. Im Gegenteil, ich versuche seit längerem schon eher minimalistisch zu leben. Wenig aber hochwertig ist eher unsere Devise. Dennoch empfinde ich mein Leben als reich. Ich bin reich beschenkt. Was mir aber fehlt, ist an manchen Tagen meine innere Zufriedenheit mit dem Luxus, den ich erleben darf. Ganz klar der materielle Wohlstand, aber auch meine gesundheitliche Situation. Ich habe in den letzten Jahren mit Neugier, Disziplin und Hartnäckigkeit viel erarbeitet. Mir geht es um so viel besser, und dennoch bemerke ich immer wieder ein: es ist nicht genug. Aber wann ist es denn genug, wenn die Diagnose lautet: unheilbar krank?

 

*Denkpause*

 

Materieller Wohlstand… Manchmal schäme ich mich dafür, wie gut es mir geht. Im Vergleich zu anderen. Ich kann mir meine Medikamente leisten, die ich in der Regel selbst bezahlen muss. Ich kann mir biologisches Essen leisten. Eine chemiefreie Umgebung – was in der Regel mehr kostet. Zu meinem Liebsten sage ich oft scherzhaft: „Ich bin halt eine Luxusschnecke“. Wenn ich also schon alles habe, was bleibt mir dann noch?

Bewusstheit. Deswegen hat mich der Spruch auf meinem Yogitee beim Frühstück an Neujahr wohl so angesprochen: „Bewusst leben, nicht emotional“.

Für mich ist das eine Herausforderung, weil meine erlernte innere Struktur lieber intensiven Kontakt vermeidet. Für mich steht das im Widerspruch. Denn ich kann nicht etwas bewusst erleben wollen und in einem Zustand des Vermeidens sein. „Bewusst leben“ ist besonders herausfordernd, wenn es mir gesundheitlich nicht gut geht. Den Schmerz und die anderen ätzenden Symptome, die Traurigkeit, die Einsamkeit, die Angst, … all das bewusst er-leben. Na vielen Dank auch. Es gibt wenig auf was ich weniger Bock habe!!! Aber gut… ich will es: „bewusst leben“. Immer mehr.

 

*Denkpause* *Denkpause* *Denkpause*

 

„Nicht emotional“: Für mich bedeutet, emotional zu sein, dass ich mich mit einem Gefühl in mir identifiziere. Es also nicht mehr beobachte, sondern das Gefühl als die einzige Wahrheit annehme. Aus der Meditation kenne ich jedoch die Position des Beobachters. Auch meine Gefühle kann ich beobachten. Denn: ich bin nicht mein Gefühl. Dann muss ich es auch nicht notwendigerweise ausagieren, sondern ich fühle es. Es ist ein tiefes Mich-Einlassen. Und genau das hat nichts, aber auch gar nicht mit Vermeiden zu tun. Meine Erfahrung ist, dass sich ein gefühltes und beobachtetes Gefühl auch von selbst verändert. Es ist wie ein Hindurchfließen durch meinen Körper. Wenn ich es in allen Nuancen (aus-) gekostet habe, verändert es sich. Allerdings ist das kein Dauerzustand, den ich in mir halten kann. Immer wieder identifiziere ich mich besonders mit den negativen Gefühlen aufgrund meines Symptome.

Es scheint so, als hätte ich mein #Projekt2018 gefunden: Bewusst leben, nicht emotional.

Na denn… auf ins neue Jahr.

Eine Antwort auf „Bewusst leben, nicht emotional“

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