Jahresrückblick 2018

30. Dezember 2018 Allgemein

Es fing großartig an, dieses Jahr 2018, denn ich war im Urlaub in Thailand. Die erste Fernreise in meinem Leben. Es war eine Herausforderung durch meine Erkrankungen, die ich aber mit Unterstützung, guter Vorbereitung und Mut gemeistert habe. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals so entspannt gewesen bin. Die Erinnerungen aus Thailand tragen mich nach wie vor und locken mir immer wieder nur so ein Lächeln aufs Gesicht. Gerne mehr davon!

Der Umzug in den Norden war genau das Richtige zur richtigen Zeit. 3-4 Monate Kisten einpacken, 2 Monate lang immer wieder Umzugswagen in den Norden fahren und die Sachen dort unterstellen, 4 Wochen Umbauphase, seit August Renovieren und Kisten wieder ausräumen. Praktische Unterstützung haben wir von jungen Männern aus Syrien bekommen, was äußerst hilfreich und lehrreich war. Es waren wirklich spannende Gespräche mit den Männern, die ich für ihren Lebensmut bewundere. Ich habe Hessen noch nicht ein einziges Mal vermisst. Zwei Freunde schon, aber nicht die Stadt und die Landschaft dort.

Mitte 2017 habe ich durch die Einnahme eines neuen Medikamentes ein zweites Leben geschenkt bekommen. Das Gefühl habe ich immer noch und durch ein zusätzliches Antihistaminikum sowie meiner persönlichen „Wunderdroge“ L-Glutamin geht es mir so gut wie seit Jahren nicht. Ich war in 2018 auch NICHT im Krankenhaus. Weder ambulant noch stationär. Mir hat es NICHT gefehlt! Lediglich wegen meiner meiner unglaublichen Vergesslichkeit habe ich mich in Aufregung versetzt. Das zusätzliche Schädel-MRT nach dem auffälligen Test beim Neurologen hat mir Gewissheit gebracht, dass keine Form der Demenz vorliegt. Zum Glück.

Mein #Bewegungsziel2018 lag bei 1.000.000 Schritte. Die hatte ich bereits im November erreicht. Ich glaube, ich habe voll vergessen, dazu einen Tweet zu schreiben. Was deutlich macht, wie unwichtig mir mittlerweile mein im Januar noch sehr ambitioniertes erscheinendes Ziel mittlerweile ist. Auch, dass ich meinen Schrittzähler längst nicht mehr so konsequent mit mir rumtrage, lässt sich an den Jahreswert von 3.160 Schritten im Durchschnitt und der Gesamtzahl von 1.150.000 Schritten ablesen. Mittlerweile trainiere ich regelmäßig auf dem Ergometer. Insgesamt bin ich so in den letzten Wochen 345 km gefahren, und in der letzten Dezember-Woche sogar 60 km – ein kleiner persönlicher Rekord. Das Wichtigste bei all der Statistik ist aber die zunehmende Freude und Sicherheit beim Sport und die parallel abnehmende Angst vor zu viel Bewegung. Denn von zu viel und zu schneller Bewegung wurde mir früher durch die möglichen gesundheitlichen Konsequenzen abgeraten.

Seit ich hier im Norden bin, mache ich eine Traumatherapie. Es war eine goldrichtige Entscheidung, mich frühzeitg darum zu kümmern und das Thema nicht weiter hintenan zu stellen. Die Diagnose „komplexe Posttraumatische Belastungsstörung“ fühlt sich passend an und macht mir den Blick auf mein Leben ein wenig einfacher. Das liegt vor allem an dem wachsenden Verständnis mir selbst gegenüber und den Skills, die ich für den Umgang mit Traumareaktionen erlerne. Da liegt noch einiges an Arbeit vor mir, aber ich kann manchmal schon merken, dass es mir gut tut. Ich habe nämlich richtig gute Tage. Das Gefühl ist: der Hochseetanker „Mein Leben“, der stur in die falsche Richtung fuhr, schwenkt langsam auf einen neuen Kurs ein. Der Horizont ist frei von sichtbaren Stürmen und verspricht stattdessen wunderbare Sonnenauf- und -untergänge mit sagenhaften Farbspielen am Himmel und einer berauschenden Stille.

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